Die SALT-Verhandlungen: Atomare Rüstungskontrolle als Frage des Vertrauens? Vortrag von Arvid Schors (Freiburg)

Ringvorlesung: Vertrauen als Ressource internationaler Politik

Do, 9.11.2017, 18:00
Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6
Hörsaal 1072
10117 Berlin
Deutschland

 

Der Eintritt ist frei.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

 

Das 20. Jahrhundert war von totalen Kriegen und Kriegsvorbereitungen geprägt. Zugleich wurden in diesem Jahrhundert politische Lösungen zur Deeskalation von Konflikten so intensiv ausgelotet wie wohl niemals zuvor. Besonders gilt dies für die Zeit nach 1945. Im Schatten der Atombombe war es zunächst jedoch eine vollkommen offene Frage, ob und wie Alternativen zu einem heißen Krieg zwischen den Supermächten ausgestaltet werden könnten. Eine Reaktion auf diese Herausforderung stellten schließlich die Strategic Arms Limitation Talks dar – die sogenannten SALT-Verhandlungen. Bei ihnen handelte es sich um die ersten bilateralen atomaren Rüstungskontrollverhandlungen des Kalten Krieges, die in den 1970er Jahren zum Dreh- und Angelpunkt der Entspannungspolitik avancierten. Sie stehen für einen Verständigungsprozess, der zuvor nicht nur nicht geführt, sondern nicht einmal gedacht worden war. Vor diesem Hintergrund ist umso drängender nach der Bedeutung von gegenseitigem Vertrauen (und Misstrauen) zu fragen: Lässt sich diese geschichtswissenschaftlich so schillernde Kategorie für die Analyse der SALT-Verhandlungen fruchtbar machen? Wie kann sie konzeptionell gefasst und differenziert werden? Und welcher Stellenwert kommt dieser Dimension für die SALT-Verhandlungen insgesamt zu?

Dr. Arvid Schors ist Akademischer Rat auf Zeit am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Er forscht zur Geschichte des Kalten Krieges und der Entspannungspolitik sowie zur Diplomatiegeschichte. Seine Studie Doppelter Boden. Die SALT-Verhandlungen 1963-1979 ist 2016 im Wallstein Verlag erschienen.

Moderiert wird der Vortrag von Dr. Ilse-Dorothee Pautsch, Leiterin der Edition „Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland“, Institut für Zeitgeschichte München – Berlin.

Die Ringvorlesung "Vertrauen als Ressource internationaler Politik" ist eine gemeinsame Veranstaltung der Humboldt-Universität zu Berlin und des Berliner Kollegs Kalter Krieg. Hier finden Sie das Programm zum Download

Wir weisen darauf hin, dass im Rahmen dieser Veranstaltung Foto- und Tonaufnahmen für öffentliche und nicht-öffentliche Zwecke gemacht werden können.