18.5.2016

Sicherheitsüberprüfung von Flüchtlingen im geteilten Deutschland

Die vor kaum einem Jahr mit imponierenden Willkommensgesten in Deutschland aufgenommenen Flüchtlinge werden mittlerweile von vielen als dauerhafte Bedrohung der öffentlichen Ordnung in Europa gesehen, erst Recht nach den Terroranschlägen in Paris, Istanbul, Brüssel und andernorts. Wer Krieg, wirtschaftlicher Not und politischer Repression entkommen ist, wird aber nicht allein nach den Risiken für die innere Sicherheit beurteilt, sondern auch als potentielle Informationsquelle für Geheimdienstoperationen gesehen, die zur Wahrung europäischer und amerikanischer Interessen unverzichtbar erscheinen.

Photo: Notaufnahmelager Marienfelde Tag nach dem Mauerbau, 14.8.1961, Bundesarchiv B 145 Bild-p060458, CC-BY-SA 3.0 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_B_145_Bild-P060458,_Notaufnahmelager_Marienfelde,_Tag_nach_dem_Mauerbau.jpg)Keith R. Allen geht diesem Zusammenwirken von Spionen und Flüchtlingen nach – vom Kalten Krieg bis heute. Er verweist auf die Ursprünge in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges und zu Beginn des Kalten Krieges, als westliche Geheimdienste mit einer intensiven Überprüfung der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge begannen. Und er diskutiert die Folgen bis in die heutige Zeit, in der sich Deutschland der Aufgabe gegenübersieht, den größten Zustrom von Flüchtlingen seit den frühen 1950er Jahren zu bewältigen.

 

Dr. Keith R. Allen, Historiker und Ausstellungsmacher, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des DFG-Projekts "Flüchtlinge und westliche Geheimdienste im geteilten Deutschland" am Historischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er stellte sein Projekt im Rahmen des 6. Brown Bag Breakfast des Berliner Kollegs Kalter Krieg am 17.5.2016 vor.

 

Die von den einzelnen Autoren und Autorinnen veröffentlichten Texte und Artikel geben nicht die Meinung der Redaktion wieder.
Wollen Sie immer auf dem neuesten Stand unserer Blog-Aktivitäten sein? Hier das Blog Abonnement.