17.11.2015

Italien und die deutsche Einigung 1989/1990

Am 9. November 1989 begann der deutsch-deutsche Einigungsprozess. Dieses Ereignis bildete nicht nur für die deutsche Geschichte eine Zäsur, sondern auch für das europäische Integrationsprojekt und damit für alle Nachbarn Deutschlands, darunter auch Italien. Aus deutscher Binnenperspektive ist dieser Prozess sehr gut erforscht worden. Die Reaktionen der Großmächte sowie Frankreichs und Großbritanniens sind ebenfalls gut analysiert. Die italienische Haltung ist jedoch bis heute nur unzureichend dokumentiert. Wer waren die Akteure, welche Spannungen gab es innerhalb des Landes? Wie war man auf die Entwicklung in Deutschland vorbereitet? Welchen Einfluss wollte man darauf nehmen, was galt als verhandelbar oder nicht verhandelbar? Welche Ressourcen konnte Italien mobilisieren? Welche Befürchtungen, Erwartungen und Hoffnungen waren mit dem deutsch-deutschen Transformationsprozess verbunden? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt einer multiperspektivischen Analyse, die auch die italienische Perzeption der Entwicklungen in Mittel- und Osteuropa einbezieht. Dabei geht es nicht allein um die italienische Regierungspolitik und Diplomatie, sondern auch die Wahrnehmung der Medien und um Reaktionen aus Wirtschaft und Gesellschaft. Dieser Blick auf die südliche Peripherie des westlichen Bündnisses erlaubt neue Einblicke in die Ambivalenz der Endphase des Kalten Krieges und in die ebenso vielfältige wie widersprüchliche Dynamik der deutsch-italienischen Beziehungen.

Deborah Cuccia, M.A., Historikerin an der Università degli Studi di Firenze, stellte ihr Dissertationsprojekt im Rahmen des 1. Brown Bag Breakfast des Berliner Kollegs am 17. November 2015 zur Diskussion.

 

Zitierempfehlung:
Deborah Cuccia, Italien und die deutsche Einigung 1989/1990, 17.11.2015, http://berlinerkolleg.com/de/blog/italien-und-die-deutsche-einigung-19891990 (bitte fügen Sie in Klammern das Datum des letzten Aufrufs dieser Seite hinzu)

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